Das vorletzte Wochenende im Februar ist traditionell für die DRBV Hauptausschusssitzung reserviert. In Anlehnung an die WRRC führt der DRBV am Samstag Workshops zu gemeinsam definierten Themen durch, die ggfls. Entscheidungen im Rahmen der eigentlichen Hauptausschusssitzung (HAS) abkürzen und vereinfachen. Mangels ursprünglicher Vorschläge aus den Ländern hat das Präsidium für 2026 Updates zur Projektarbeit der Lehre vorgeschlagen, die nun endlich wieder mit Tim Eisenreich besetzt ist und für die DRBV und Länder traditionell sehr eng zusammenarbeiten sollten. Darüber hinaus wollte das Präsidium nach den Geschehnissen in 2025 gemeinsam mit den Ländern über Verbesserungsmöglichkeiten und -formate der Zusammenarbeit sprechen. Ein Workshop, der auch explizit durch einen externen Moderator geleitet werden sollte. Im November brachte Hessen noch den Wunsch zu einem Statusupdate im gleichgeschlechtlichen Einzelsport Rock’n’Roll zum Ausdruck, der ebenso eingebettet werden konnte.
Die Workshops zur Lehre und zum gleichgeschlechtlichen Sport wurden bewusst hybrid ausgeschrieben, damit die Länderverbänder und -ausschüsse die Möglichkeit hatten, Interessierte, Mitarbeiter und betroffene Personen aktiv mit einzuladen. Die Zugänge wurden im Vorfeld verteilt. Für den Workshop zur Verbesserung der Zusammenarbeit hatte sich Udo Scherber als Moderator gewünscht, diesen nur in Präsenz zu machen, um wirklich auch in Gruppenarbeit ins Detail gehen zu können. Als es in die letzten Detailplanungen der Sitzung ging, stellte sich heraus, dass die Hälfte der Ländervertreter abgesagt hatte. Darunter befand sich auch Baden Württemberg, die sich insbesondere im letzten Jahr auf der Mitgliederversammlung sehr kritisch gegenüber der Arbeit des Präsidiums und der Zusammenarbeit geäußert hatten. Da wir am Ende 5 Ländervertreter und 5 Präsidiumsmitglieder gewesen wären, von denen auch noch zwei die Landesvertretung übernommen hätten, hat das Präsidium sich entschieden, diesen Workshop abzusagen. Wir möchten uns noch einmal besonders bei Udo Scherber für seine intensive Vorbereitung bedanken und unser Bedauern für die kurzfristige Stornierung zum Ausdruck bringen.
Nach ein paar direkten Kontaktaufnahmen konnten die restlichen Workshops hybrid stattfinden. Zum Thema gleichgeschlechtlicher Paartanz im Rock’n’Roll wählten sich vier Gäste ein. Es wurde herausgearbeitet, dass auch diese Arbeitsgruppe sich schwer tat, Zeitpläne einzuhalten, inhaltliche Fortschritte zu machen und in Richtung eines Konsenses zu arbeiten. Der Sportausschuss (SAS) hatte diverse Hilfestellungen bereitgestellt, aber das Ergebnis dieser Projektarbeit wird sich in die Saison 2027/28 verschieben. Positiv herauszustellen ist Ranjana Böhms Vorarbeit und starkes Interesse, die Gruppe voranzutreiben. Tim Eisenreich hat nun temporär die Gruppenleitung übernommen und eine Neukonstellation der Gruppe herbeigeführt. Details dazu findet ihr in seinem Blog. Darüber hinaus wurde die Erkenntnis über die Schwierigkeiten mit Projektarbeit genutzt, einen Leitfaden bzw. eine Geschäftsordnung für Projektarbeit im DRBV zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Inhalte dieses Workshops werden mit den kommenden Veröffentlichungen aus der AG bereitgestellt.
Am zweiten Workshop zur Analyse der Lehre konnten ebenso über den direkten Kontakt fünf Gäste online teilnehmen. Tim hatte die im DRBV vorhandenen Ausbildungsdaten und Korrelationen zum Sportbetrieb in einer Präsentation zusammengetragen, die wir auch hier veröffentlichen möchten. Da die Ausbildungshoheit für Trainer-C in den Ländern NRW, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg bei den Ländern liegt, ist die Datenbasis des DRBV gegebenenfalls nicht 100% korrekt, gibt dennoch ein gutes Gesamtbild. Es wurde herausgearbeitet, dass es für Analysen dieser Art zuträglich wäre, wenn die Länder auch Ausbildungen für Trainer und Trainerinnen an den DRBV melden würden, worüber im Rahmen des Workshops eine Vereinbarung getroffen wurde.
Tim hat bei der Gelegenheit auch einen Stand der Anmeldungen bei der Reaktivierungskampagne für Lizenzen von Trainern sowie der Schulungen zum Thema “Prävention interpersoneller Gewalt” bereitgestellt, die sich sehr positiv entwickeln. Es wurde herausgearbeitet, dass dringend die Zugangsvoraussetzungen für Basisausbildungen überarbeitet werden müssen, und dass es den großen Wunsch nach Formationsmodulen in der Lehre gibt.
Anstelle des Workshops zur Verbesserung der Zusammenarbeit fand sich spontan eine Länderrunde zusammen, da zwei Präsidiumsmitglieder gleichzeitig in Vertretung ihres Landes anwesend waren. Zu diesen Inhalten wird es ggfs. eine eigene Veröffentlichung geben.

Die Hauptausschusssitzung am Sonntag lief sehr harmonisch und effektiv ab. Als Highlights möchten wir erwähnen, dass der HAS dem Haushaltsplan zugestimmt hat, der u.a. folgende Besonderheiten beinhaltete:
- Sonderfördertopf für Formationssport (Verantwortlich Maximilian Möhl und Rebekka Stahl)
- Budget für die Anschaffung einheitlicher Krawatten und Tücher für unsere Wertungsrichter/Wertungsrichterinnen und Turnierleiter/Turnierleiterinnen im Sinne der Standardisierung des Erscheinungsbildes der Funktionäre auf unseren Turnieren (Verantwortlich Katrin Kerber)
- Lehre (Verantwortlich Tim Eisenreich)
- Nachwuchspreis DRBV 2030 (Verantwortlich Katrin Kerber im Übergang)
Das Wahljahr war ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt, zu dem die Länder herausgearbeitet haben, doch schon frühzeitig offene Posten auszuschreiben. Interessierte Kandidatinnen und Kandidaten können sich auch für derzeit besetzte Posten melden und die Möglichkeit des “Reinschnupperns” durch die Teilnahme an Präsidiumssitzungen nutzen.
Im Rahmen einer weiteren Zieldiskussion bestätigen anwesende größere Länder das Streben nach mehr Autarkie, um mehr oder weniger alle Verbandsbereiche (Lehre, Landesleistungssport, etc.) unabhängig abdecken zu können. Dabei stellen sich die anwesenden Länder Bayern, NRW, Schleswig-Holstein, Sachsen und Rheinland Pfalz als insgesamt leistungssportorientiert dar. Dies soll auch durch die Überarbeitung des DRBV Kaderstrukturplans unterstützt werden, sowie durch die Einführung bundeseinheitlicher Landeskaderkritieren. Dieser wurde von Tim Eisenreich vorgestellt und erläutert und wird für Rock’n’Roll Einzel auch beim DOSB eingereicht, da er zum 1.1.2026 verpflichtend für den Bezug von Fördermitteln durch den DOSB bzw. das Bundesministerium des Inneren (BMI) ist. Im Boogie-Woogie laufen Gespräche mit den Landesverantwortlichen Bayern und Sachsen, in denen es Boogie-Woogie Landesstrukturen gibt bzw. wieder geben soll. Eine übergangsweise Öffnung zum aktuellen Kaderstrukturplan wurde von Sportwart Boogie-Woogie,Thomas Adler, bereits veröffentlicht. Im Formationsbereich gibt es ebenso Bestrebungen, die im Laufe der Saison angegangen werden.
Vielen Dank an Tim Eisenreich, der in Vertretung von André Beuthner anwesend war und sowohl den Sport, als auch die Lehre vertreten hat und auch an alle, die ihr Engagement wieder einmal durch die zur Verfügungstellung persönlicher Zeit gezeigt haben.
