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Montag, 12. Juli 2021

Wenn einer eine Reise tut…

… bekommt dieses Sprichwort in Corona-Zeiten eine ganz andere Tragweite….

Das DRBV Rock’n’Roll Nationalteam hatte sich bereits zu Beginn des Jahres die Sochi Open als Trainingsziel gesetzt. Während ganz Deutschland in der gefühlt X-ten Corona-Welle festhing und trotz aller Kreativität langsam die Puste ausging, suchten unsere Sportler ein Ziel und eine Aufgabe. Das Präsidium des DRBV war bezüglich dieser Planungen noch verhalten, da wir ungeimpft keinen Sportler entsenden würden. Wir hatten für diese sichere Vorgehensweise viel Unterstützung, da auch unsere Sportler eine lange Zeit auf familiäre und soziale Kontakte verzichtet haben, um sich und ihre Familien zu schützen.

Mit der Einstellung einer Verbandsärztin und insbesondere den Lockerungen der Impfpriorität in Bayern tat sich ein Hoffnungsschimmer auf, so dass wir nun zumindest alle erwachsenen Sportler vor Abreise immunisieren konnten. Unser Trainerteam entwarf ein Hygienekonzept anhand einer Vorlage des Deutschen Turnerbundes, die im Frühjahr in Sochi waren und ihre Teilnahme in einer sogenannten “Bubble” durchgeführt haben. Natürlich waren viele Bestandteile des Konzeptes von dem noch offenen Hygienekonzept unseres Veranstalters, der WRRC, abhängig. Das DRBV Hygienekonzept war jedoch sehr hilfreich, das deutsche Team auf das unvermeidbare Risiko vorzubereiten und das Bewusstsein zu schärfen. Die Reise zu diesem Turnier blieb mit einem Risiko verbunden, das man nur reduzieren, aber nicht vermeiden konnte.

Seit Anfang Juni sieht es in Deutschland besonders gut aus, was uns auch für die Reise zuversichtlich machte. Als dann zum Juni-Feiertag in Moskau und St. Petersburg Lockdown ausgerufen wurde, da in diesen Städten die Coronazahlen wieder hochschnellten, verbreitete sich erneut Unsicherheit. Alle vermuteten, dass es sich um die sogenannte Delta- bzw. indische Version des Virus handelte. Würde Deutschland Russland als Mutantengebiet einstufen, müssen alle Heimkehrer 14 Tage in Quarantäne. Wir verfolgten die Nachrichten täglich und schließlich am Freitagabend, als fast das gesamte Team schon in Sochi war, wurde es leider Wahrheit.

Aber wie sollte es anders sein, gab es dazwischen auch noch andere Schwierigkeiten zu überwinden. Aeroflot hat die freitäglichen Linienflüge aus Deutschland nach Russlands zu Charterflügen erklärt, was bestimmte Personengruppen von einer Beförderung ausschloss. Unsere Sportler hatten ein humanitäres Visum bekommen, aber weder Aeroflot, noch der deutsche Visumservice noch die Niederlassungen der russischen Botschaft konnten hierzu Auskunft geben. Es half nur ein Anruf beim russischen Grenzdienst am Flughafen Sheremetyevo, der dann glücklicherweise Klarheit schaffte. Aber es mußten bereits Hinflüge umgebucht werden. Mit der Gewissheit, dass Russland ab dem 29.06.2021 ab 0.00 Uhr als Mutantengebiet erklärt wurde, mußten auch einige Rückflüge umgebucht werden, was für einen Großteil der Delegation funktioniert hat.

Als weitere Erschwernis für die Turnierteilnehmer stellte sich die chaotische Planung des Turniers sowie der allgemeine Umgang mit Corona-Regeln in Russland heraus. Spätestens ab Ankunft am Moskauer Flughafen waren alle Möglichkeiten zu einer Bubble dahin und die Maskenpflicht wurde weder eingehalten noch kontrolliert. Am Turnier selbst wurde auch die nach Nationen gedachte Isolation nicht umgesetzt, geschweige denn die Maskenpflicht. Zu guter letzt benötigten alle unsere Sportler auch noch einen PCR Test für die Rückreise, der ohne Zeitplan für die zwei Turniertage angesetzt wurde. Vor dem Turnier herrschte dort eine lange Schlange ohne AHA, in der Pause vor der Abendveranstaltung war das Zentrum geschlossen. Wiederum, unsere mitgereiste Verbandsärztin half mit Zertifikaten aus - was sollten wir tun? Interessant zu wissen ist, dass ein Teil der Zertifikaten unproblematisch waren und ein Teil wiederum nicht.

Alles in Allem kann man diese Reise nur als großes Abenteuer bezeichnen und sich wirklich vor Augen führen, was unsere Sportler für eine Turnierteilnahme auf sich nehmen. Für einige hat sich das aber wirklich gelohnt.

Das Rock’n’Roll Nationalteam war mit vier Paaren vertreten, von denen zwei nach längerer Verletzungspause ihr erstes Präsenzturnier tanzten. Leider verletzte sich ein Paar beim Abschlusstraining, fuhr aber zur seelisch-moralischen Unterstützung trotzdem mit. Unser Spitzenpaar Michelle Uhl und Tobias Bludau qualifizierten sich nach der Vorrunde direkt, Caroline Steinberger / Tobias Planer und das Geschwisterpaar Chiara und Christoph Pütz mussten durch die Hoffnungsrunde. Beide Paare lieferten in der Hoffnungsrunde souveräne und sichere Leistungen ab, die für weitere Turniere viel versprechen. Steinberger/Planer rauschten mit einem tollen 8. Platz knapp am Finale vorbei. Uhl/Bludau überraschten ihre Konkurrenten mit einer exzellenten Fußtechnikrunde, in der sie Platz 2 einfuhren. Leider reichte es nach der Akrobatikrunde nicht mehr ganz fürs Treppchen, aber “der Tiger” ist zurück - um mal mit ihrer Endrunden Musik zu “Eye of the Tiger” zu arbeiten.

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Im World Cup Boogie-Woogie Main Class waren wir mit unserem Paar Kerstin und Johannes Hien vertreten. Sie mussten sich durch alle Runden arbeiten und erreichten das Finale. Leider bestätigten sie nach der schnellen Endrunde, dass sie sich noch nicht ganz in die Turniersituation und insbesondere das Lied zurückgefunden haben, sind jedoch mit ihrem 7. Platz für das erste Präsenzturnier nach fast 3 Jahren zufrieden. Auch sie waren verletzt und konnten daher ihren deutschen Meistertitel 2019 nicht verteidigen.

Großes Feuerwerk boten jedoch unsere Boogie-Woogie Junioren. Unsere sächsischen Newcomer tanzen seit 2019 erst Turnier, haben ein erstes Sportturnier zu Hause bestritten und im wahrsten Sinne des Wortes am Turniertanz “Blut geleckt”. Also wurde auch vor einem internationalen offenen Turnier in Sochi nicht halt gemacht. Mit voller Unterstützung der Eltern reisten “unsere Kleinen” in Sochi an und waren natürlich beeindruckt von der Größe und Gestaltung eines internationalen Turnieres. Unbeeindruckt lieferten sie souverän ab und nahmen einen vierten Platz mit nach Hause. Die Leistungssteigerung trotz Corona-Pause war unübersehbar und wir hoffen, dass die Beiden ihr Potential noch weiter ausarbeiten.

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Das Geschwisterpaar Sabrina und Nico Soeradhiningrat hatten schon ein wenig internationale Turniererfahrung und waren in den letzten Online-Turnieren der WRRC schon regelmäßig im Finale. Da in Sochi nur sieben Paare am Start waren, sollte es in jedem Fall “ein Treppchen” werden. Wenngleich das Ziel von 40 Punkten nur knapp verfehlt wurde, holten sie sich souverän ihren ersten Platz. Die Weichen für weitere Titel sind gestellt und wir hoffen, dass sie ihren Weg auch in die Main Class in 2022 so souverän und linear ansteigend fortsetzen.

Abschließend gilt auch ein großer Dank an Lukas Brauer und Mathias Baumann. Sie haben aus dem Rock’n’Roll Trainerteam heraus das Hygienekonzept erarbeitet, recherchiert und Daten zusammengesammelt. Dabei wurden sie von unserer Verbandsärztin Dr. Renate Sacker unterstützt. Mathias hat das DRBV Team vor Ort geleitet und bedankt sich bei allen Sportlern und mitgereisten Coaches für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. #DRBVDreamteam

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